Archive for singa/pure

ein singa, pur bitte!

Ja, ich bin wieder da. Frisch gestern aus Singapur zurück, mir geht‘s blendend, ich konnte meine Farbe etwas auffrischen (in Taipei ist es ja inzwischen schon kalt geworden) und bringe viele neue Erfahrungen und Eindrücke mit mir zurück. In diesem Blogeintrag möchte ich nun die spektakulärsten, beziehungsweise skurrilsten Momente für euch festhalten.

Taipei:
Erstmal möchte ich erwähnen, dass der Check-In am Flughafen der freundlichste, schnellste und umkomplizierteste war, den ich jemals hatte. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich schon sehr oft eingecheckt habe. Und wer das selber schon mal gemacht hat, weiß wohl auch, dass das normalerweise weder freundlich, noch schnell, noch unkompliziert abläuft. Das Bodenpersonal (zu mindest in Wien, aber meistens auch in den anderen Städten der Welt) zieht ein Gesicht, als ob du das Letzte überhaupt bist, nur weil sie dich jetzt einchecken müssen. Dann geht der Computer nicht, was sie natürlich auf dich schieben, weil du sie ja mit einchecken belästigst. Und danach, verdammt noch mal, müssen sie dir auch noch SAGEN (ja, sie werden gezwungen mit dir zu REDEN, in die Augen schauen ist dabei aber nicht mit inbegriffen) wo dein Gate ist und wann du dort zu sein hast. Was für ein Horror, ich fühle mit unserem Bodenpersonal. Ehrlich. *schniff*

Außerdem freut sich Nelly immer total über Flugzeugessen. Hm. Ja. Flugzeugessen. Da wo Huhn und Fisch nicht nur gleich aussehen, sondern auch gleich schmecken. Aber gut. Jedem das Seine.

Singapur:
Nelly hat in Singapur mindestens zwei Heiratsanträge bekommen. Wirklich! Kein Scherz! Und der erste war garantiert ernst gemeint. Das Ganze hat sich so abgespielt:
Wir gehen in den 7/11 bei unserem Hostel um etwas zu trinken zu kaufen, bezahlen und wollen den Laden wieder verlassen, als der Verkäufer plötzlich anfängt, auf uns einzulabern. Nein, entschuldigung, ich muss mich korrigieren: er fängt an auf Nelly einzulaber, ich bin die ganze Zeit nur blöd daneben gestanden und hab versucht, mein Lachen zu unterdrücken.
Er fragt sie also, woher sie kommt, was sie hier macht und plötzlich fängt er an zu erzählen: Oh ja, er hat vier Kinder und ist zweimal geschieden, aber beide male hat er das Sorgerecht für die Kinder bekommen.
Nellys Kommentar darauf: Super, Gratulation!
Und dass er eine Frau sucht, aber Singapur-Mädchen sind nicht gut, denn die sind so „teuer“ (er hat das wirklich so gesagt. Ich denke, er meinte, sie seien nur auf‘s Geld aus…) Und dass er nach einer Ausländerin suchen würde…
Ich steh daneben und denk mir: oida, der macht ihr einen Heiratsantrag!
Und wirklich: Er meint weiters: Für Ausländerinnen wäre es außerdem überhaupt kein Problem in Singapur zu leben, denn sie würden durch eine Hochzeit ja automatisch eine Arbeitserlaubnis erhalten!
Nelly zieht die Augenbrauen hoch und schweigt.
Er deutet es als Widerwillen und wirft sofort ein: Oh, aber seine zukünftige Frau müsste natürlich nicht arbeiten! Denn er verdient ja bereits selber Geld und wohnt auch nicht mehr bei seiner Familie.
Danach hat sich Nelly ganz schnell verabschiedet. Den Laden haben wir nach diesem „Vorfall“ dann aber nicht mehr betreten.

In dem Hostel in dem wir gewohnt haben, wurde ich außerdem für eine Dänin gehalten: mein chinesischer Akzent klingt angeblich nicht mehr deutsch, sondern dänisch. Woher das kommt? Wirklich, keine Ahnung, bei mir an der Uni gibt es, glaub ich, keine Dänen. Oder zu Mindest kenne ich keine. Aber der Typ an der Rezeption meinte, es sei was Gutes, denn ich würde meinen Akzent mit der Zeit mehr und mehr ablegen, und dass er schon nicht mehr deutsch klingt, sei super. Gut. Dann bin ich eben jetzt Dänin, wenn ich chinesisch rede. Zu mindest halten sie mich dann nicht mehr für eine Russin…

…weiter gehts nach Malaysia…

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