Von Hippiekommunen, Deutschen-Bashing und dem lieben Wetter

Down Under. Aussie. Oz.

Man nenne es, wie man wolle. Weit weg von zu Hause ist es jedenfalls, gute 21 Flugstunden (oder sogar mehr, ich bin nicht so gut im rechnen…) Und ich bin jetzt da, und das schon seit 14 Tagen. Da steht ja wohl doch ein Reiseupdate vor der Tür…und was höre ich? Da, es klopft bereits ;)

 

Conquering NSW (Sydney, Blue Mountains, Port Stephens, Bellingen, Lennox Head und Byron Bay)

Hä? Ist die nicht nach Melbourne geflogen?? – Ja, schon, aber da das meine “Homebase” ist und ich dort nochmal hinkomme, habe ich Melbourne erstmal aufgeschoben. Also, psssscht!!!

Sydney ist eigentlich doch cooler als ich dachte. Besonders, wenn man sich einmal aus dem CBD (Central Business District) rausbewegt. Im CBD findet man nämlich das Übliche: Sydney Harbour Bridge, Opera House, The Rocks…check, check, check, danke, hatten wir schon vor drei Jahren. Verändert hat sich da nur das Wetter, das ist definitiv schlechter als damals. Aber dazu kommen wir noch…

Außerhalb des CBD wird Sydney richtig charmant, sogar – alle meine Freunde aus Melbs müssen da mal kurz weghören – LEBBAR!!! Ja, echt!!! Die Uni ist wirklich schick, das Hauptgebäude hat Eva und mich sogar irgendwie an Hogwarts erinnert. Außerdem haben die alles, Tennisplätze, Fitnesscenter, Parkplätze…da sieht man mal, wozu Studiengebühren gut sein können. Das Studentenviertel neben der Uni trägt den netten Namen “Newtown”, neu ist da zwar nichts, aber es ist trotzdem cool. Die Läden erstrecken sich von Punk über Vintage, ein cooles Café reiht sich an das nächste…ja, da lässt es sich aushalten. Also, hätte irgendwer Lust, mir ein Auslandssemester in Sydney zu sponsern? Ja? Nein? Ich seh keine Hände…hm…ok.

Auch in den Blue Mountains hat sich nicht viel verändert. Windig ists da immer noch und die drei Schwestern werden fleißig geknipst. Was uns allerdings doch sehr verwundert hat, war unser kleines Mietauto. So ein Hyundai Getz, heißt er offiziell. Inoffiziell hat er schon viele Namen von uns erhalten, darunter: Auto des Teufels, japanischer Reiskocher (obwohl das stimmt ja eigentlich nicht, er ist ja Koreaner…) oder Speibschüssel. Irgendwann haben wir ihn dann aber doch lieb gewonnen und auf den Namen “Fridolin”, oder “Frido”, wie wir ihn liebevoll nennen, getauft. Er ist ein bisschen metrosexuell und außerdem leicht zickig. Ansonsten aber ein ganz, ganz lieber. Echt.

Der liebe Frido ist speziell dann besonders wichtig geworden, als ich – einfach unverbesserlich – einen besonders grazilen Ballerinasturz über die letzten paar Stufen des Hostels in Katoomba hingelegt habe. Das muss wirklich witzig ausgesehen haben. Schuld daran sind einzig und allein meine Eltern, bitte, die haben mir einfach nicht oft genug “Hans guck in die Luft” vorgelesen. Sonst wäre das sicher nicht passiert. Gott sei Dank kenne ich mich ja inzwischen mit dem Bandagieren von verletzten Knöcheln aus (inzwischen komme auf drei bis vier schwerere Stürze pro Kalenderjahr, aber das lässt sich bestimmt noch toppen…). Und Frido hat uns dann einfach weiterkutschiert, nämlich gen Norden nach Port Stephens.

In Port Stephens war endlich mal schönes Wetter. Das hätten wir wirklich nützen sollen, aber da haben wir’s noch nicht besser gewusst. Inzwischen sind wir schlauer…nun denn. In Port Stephens gab es neben einem netten Abend am Lagerfeuer (man kann sich vorstellen, wie viel es hier geregnet haben muss, wenn man im Sommer ein Lagerfeuer machen darf…ich sag nur, Buschbrände…) auch noch die höchsten Dünen im Osten Australiens. Die waren hoch!!! Voll Arg.

Mit Frido ging es weiter nach Bellingen, neben Byron Bay DEM Hippiezentrum in Australien schlecht hin. Abgestiegen sind wir im “award-winning Bellingen YHA” – Award hat das zwar schon seit 2003 keinen mehr gewonnen, und warum es mein Reiseführer als eines der besten Hostels in ganz Aussie bezeichnet ist mir auch schleierhaft…aber gut. Hippies gabs dort. Ganz viele. Und als ich die so beobachtet hab, sind mir einige philosophische Fragen gekommen. Zum Beispiel: dürfen Hippies Laptops benutzen? Da saß nämlich einer immer Stundenlang da, mit seinem Laptop auf den Knien…hm. Aber vielleicht hat der auch gerade versucht, google mit einer eigenen Hippie-Suchmaschine entgegenzutreten. Wer weiß.

Kurz nach Bellingen gibt es noch ein verschlafeneres Örtchen, nämlich Dorrigo. Dort gibts überhaupt nur das Rainforest Information Center. Jaaaaa, Eva und ich waren in einem echten Urwald unterwegs. Nicht so was wie in Österreich, wo sie einem immer in der Schule einreden wollen, dass das auch ein Urwald sei. Nein, wir waren so richtig im Dschungel. Mit komischen Geräuschen von links, rechts, oben und unten und massig Blutekeln. Yummy.

Die Hippies wollten wir nicht komplett verlassen, und so sind wir weiter nordwärts bis nach Lennox Head, respektive Byron Bay. Und Byron Bay ist nun ech die Hippiehochburg von Down Under. Dort laufen sie alle Barfuss rum und in allen Shops riecht es nach Räucherstäbchen. Und alle bewegen sich so ätherisch…ich kann das ja nicht, wenn ich das versuche, fall ich nur wieder hin und muss den Knöchel neu bandagieren. Bin eben kein Feenwesen…Byron Bay hat neben Hippies vor allem eins zu bieten: Kilometerlangen, ununterbrochenen Strand mit türkisem Meer. Traumhaft, wäre da nicht das klitze kleine Problem mit dem Wetter. Jaaaa, das Wetter. Ihr wisst ja, meine BFF. Und was ihr ja auch wisst, ist, wie sehr ich Regen liebe (<– Ironie). Oh ja, seit Taiwan kann ich gar nicht genug davon bekommen. Lange Rede, kurzer Sinn: am Abend des 23. Dezember hat es zu schütten (schütten, wie aus Kübeln, Taifunartig) angefangen und bis zum Vormittag des 25. Dezembers nicht mehr aufgehört. Der Besitzer des Hostels in Lennox Head, wo wir gewohnt haben, hat das Wetter mit dem Satz: “This is the worst rain we have seen in 12 years” kommentiert. Toll, oder? Im Reiseführer steht außerdem folgendes…”this area of Australia has 300 days of sunshine…” Ich habs also anscheinend echt ausgefasst und mir die 65 ausgesucht, an denen es schüttet. Zu Weihnachten hier gibt es sonst eigentlich nicht viel mehr zu sagen, außer, dass man ständig darauf vergisst, weil in diesem Land einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommt. Für die ist das eine große Party…wie alles andere irgendwie auch. Was wir jedenfalls Weihnachten nicht wollten, war, es mit den ganzen Deutschen hier verbringen. ECHT!!! Es ist ein WAHNSINN!!! Egal, wo du hingest, du brauchst dich keine zwei mal umzudrehen, schon rennst du den Deutschen über den Weg. Angefangen vom sehr süßen Kellner im Café vor dem Opera House, der einen nach der englischsprachigen Bestellung mit “und wo aus Deutschland seit ihr her?” anredet, bis hin zu den muffeligen Zimmergenossinen, die uns in Lennox Head immer komisch angeschaut haben. Langsam sind Eva und ich ein bisschen am verzweifeln. Selbst hier in Brizzie dachten wir schon, wir wären wieder mit deutschen im Zimmer. Aber dann stellte sich heraus, dass es doch Schweizer sind. Das war dann wieder ok ;)

Anyway, wer mich kennt, der weiß, dass ich Deutsche nicht hasse. Ich hasse einfach alle Menschen (mit wenigen Ausnahmen, die sich glücklich schätzen dürfen ;). Daher werde ich mich jetzt in QLD auch auf die Suche nach Koalas begeben. Hip Hip – Hurrah!

Death and all his Friends

We all know that life is a transition. The whole journey starts by being born and ends with death. So why, if we are so aware about the fact that everybody will be dying in the end, are we still shocked when someone dies. Shouldn’t we simply be able to accept the fact that this person’s journey is over? Or, if you are religious, that they’ve made their transition into … (insert: heaven, nirvana, etc…).

However, things aren’t this simple. The human mind and especially the feelings aren’t rational enough to accept the fact that someone is not among us anymore, at least physically. We are designed to believe in what we see, what we can touch or who we can talk to (religious people will now argue with me, but honestly, how many people wo are going to mass every sunday ACTUALLY believe in god because they do it from the bottom of their hearts and not because they were educated to believe it? If you are a true believe, I will bow before you. I really will, because then you have mastered something I am pretty sure I never will). So when a person dies, everything that makes us believe they’re still here is suddenly gone. In a second, the world as we knew it, changed.

So why am I sitting here, on the very other end of the world (Sydney, NSW, Australia) blogging about death. Because these things always seem to happen when I am away.

Yesterday my parents told me, that my mum’s best friend who was also a very very VERY close family friend in general and who I’ve known for all my life, had died. It was dark and she had forgotten her phone, so she turned around to walk back to the friend’s house. My mother stopped on the other side of the road to wait for her to pick up her phone. After she had crossed the street, a snowplough came and there was a big crash. My mother told me she thought the snowplough must have hit a tree. In fact, he hadn’t hit a tree. He had hit my auntie. My dad who was the first doctor to arrive at the scene, told me he thinks that she didn’t suffer and died immediately.

So for me, the worst about this tragedy, apart from my auntie dying, is that I can’t be with my loved ones, my family. That I can’t support the way I could if I was at home. And even though everybody’s telling me to enjoy my trip and get dristracted, it’s really hard to do this. This morning, I woke up with a weird feeling in my stomack. At first I coulnd’t pinpoint it, but then I suddenly realized it: I was feeling guilty. And of course, rationally I know, that there’s no reason to feel this way, yet still I do. It sometimes goes away, but in the end the feeling’s always coming back. It is the same feeling I had three years ago, when the sister of a very dear friend of mine got killed in an accident just a few days after New Year’s Eve. It was my year abroad, and even though I was home for christmas, I had to leave the very next day to return to Taiwan, thus leaving my friend alone in her unbearable pain. And I know that there was probably nothing I could’ve done to actually make her feel any better, yet I would have been there. I could have supported her by being at her side and not sitting on the other end of the world. So you see, these things seem to happen when I’m not around and it doesn’t make it any easier.

My worst fear is that I fight with one of my loved ones (friends and family) and then the person suddenly has an accident and dies and I never get the chance to tell them that I’m sorry and how much I love them. So this is why I will try to do things different from now on; I will try to always tell my friends and family that I love them, even if we’re not seeing eye to eye on certain things. Because in the end, this is all that matters.

So I will leave you with a song by Coldplay – ‘”Death and all his friends”. It’s a testimony to life. To enjoy it as long as you can and make the best of every minute. Because you really never know when it could be over.

I love you, auntie Marianne, and I am really glad I had you watching over me for wonderful 23 years.

Little Green-Eyed Monster

I sometimes feel like Kate Nash is taking the words right out of my mouth. Really, how many times have I felt like that? Definitely too often…

« Newer entries · Older entries »
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.